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Impressionen

Die 3 Weisen – da zu sein bedarf es wenig …

3 Kinder sehen wir, die offenbar etwas geboten bekommen.

In ihnen spiegelt sich, was von links unsichtbar ins Bild wirkt – eine Erzählung, ein Spiel, ein Klang.

Wie sie es aufnehmen ist einen Moment des Hinschauens wert.

 

Der Junge rechts hat sich und seinen ganzen Körper angeschaltet, er ist ‚auf Empfang‘. Sogar seine linke kleine Hand scheint greifen zu wollen, die Unschärfe verrät die Bewegung.

Auch beim Mädchen korrespondieren Hände und Gesicht: halb da, halb weg. Der ganze Körper ist in sich eingedreht. Sinnen? Langeweile? Frage? – jedenfalls halber Empfang, halbe Abwehr.

Links ein kleiner Buddha, Hände wie Füße entspannt und in großer Ruhe ineinander gelegt, die Augen schauen nach innen. Die Figur wirkt in sich geschlossen – wie angekommen, auch wenn man nicht weiß, wo – ob im Raum beim Geschehen oder auch ganz woanders.

Der Junge links und das Mädchen spielen offenbar eine zugedachte Rolle, das zeigen Ihre Kleider. Der rechte ist er selbst. Aber vereint sind sie in der einen Rolle sich gegenüber dem unsichtbaren Geschehen zu verhalten.

Sind es die drei kleinen Weisen mit dem Blick auf die Krippe?

Sind es drei kleine Jünger auf dem Weg in eine Entscheidung?

Sind es drei mögliche Weisen ein- und desselben Menschen dazusein? – als da wären: Neu-Gier, Frage oder Zwiespalt, Gelassenheit.

Sind es drei Lebensalter mit dem Eifer von Kindheit und Jugend, den Krisen der mittleren Jahre und der Klärung im letzten Drittel?

Sehen wir vielleicht sogar das Gesicht Jesu in drei Zuständen, einmal als 12jähriger im Tempel, dann bei der Versuchung und schließlich am Tisch Brot brechend in einem kleinen Ort namens Emmaus?

 

Jedenfalls ist keiner dieser menschlichen Aggregatzustände als Gesamtsinn ohne die anderen denkbar:

Was den Linken so gelassen macht, wirkte kalt und teilnahmslos ohne die schöne Gier des Rechten und erst recht nicht glaubhaft ohne das Ringen in der Mitte. Wen man nicht mehr entfachen kann und wer den Zweifel nicht kennt, dem glaubt man auch die Klarheit nicht.

Die Lust auf Leben in den Augen rechts hätte keinen Sinn ohne die ‚selige‘ Ankunft links. Was gäbe es zu schauen, für das man die Augen so weit aufreißt – wenn es wieder nur Reklame wäre? Da muss schon mehr zu sehen sein. Wie viel Verheißung liegt in dieser kleinen heißen Erwartung – und wie oft wird sie noch enttäuscht werden und so aussehen wie die Figur in der Mitte … .

Und wie viel Zwiespalt ist nötig um reif zu werden, wie viele Fragen, auch falsche, müssen umgangen oder pariert werden, bis sich entweder wieder neue Gier oder innere Klarheit einstellt – oder beides.

 

Und wäre das nicht alles ein einsames Treiben, wenn nicht Gott selbst es so erlebt hätte?

Vielleicht ist er es, der von links ins Bild und gleichzeitig von den Gesichtern zurück-scheint – diese kleine Epiphanie aus unsichtbarer Offenbarung und den Weisen, sie zu aufnehmen.

Vielleicht hat Jesus in solchen Zuständen das gesehen, was er ‚den Vater‘ nannte, diesen Ursprung von oben – nicht zu fassen im Bild, aber zu sehen als Widerschein auf seinem Gesicht. Und auf unserem.

Wachsen hier also drei kleine Geschwister Jesu heran, lebensweise in ihrer ganz jungen Art? Alles ist schon da, was ihr Leben prägen wird, in jedem einzelnen wie auch in ihrer Dreiheit. Es wird sich mehr und mehr zeigen und wird doch nie mehr werden als das, was wir jetzt sehen in einem Augenblick.

 

 

 

Thomas Hirsch-Hüffell 2.12

Die nächsten Kigo-Termine:


  • 05.05.2018 @ 09:30 - 17:00 | Haus Villigst, Schwerte
    Kinderchorvernetzung: Musical in Kita und Kindergottesdienst
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  • 10.05. - 13.05.2018 | Stuttgart
    Gesamttagung 10. bis 13. Mai 2018 in Stuttgart
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  • 30.06.2018 @ 10:00 - 15:00 | Lippstadt
    Fortbildungstag: Objektspiel mit „Radieschenfieber“
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  • 19.08. - 24.08.2018 |
    „Wind, Wellen und Wasser elementar erfahren“ – Segelwoche
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  • 15.09.2018 @ 09:30 | Bibeldorf Rietberg
    Aktionstag „Kirche mit Kindern“- spritzig, erfrischend
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  • 17.09. - 22.09.2018 | Wuppertal
    Eine Kinderbibelwoche zu „Hiob“ erarbeiten
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  • 09.11. - 08.11.2018 | Haus Nordhelle
    Fortbildung – „Ausgerechnet als Baby!“
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