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Impressionen

Liturgie – Light

Kuxdu hier

Wie Gott den Menschen schuf und sieht.

Ich weiß nicht, wie und wann bei euch der Tag beginnt. Bei uns zuhause ist es so, dass ich der erste bin, der um sechs oder kurz danach aufsteht. Das bedeutet, die erste Person, die mir begegnet, bin ich selbst vor dem Badezimmerspiegel.

Vor ungefähr 15 Jahren, begann Mareike, unsere Tochter, in der Schule mit Englisch und wurde wie viele Mädchen damals von der Window-Colour-Manie ergriffen. Eines der ersten zusammenführenden Ergebnisse haftet an unserem Spiegelschrank. „You look good“ sollte vermutlich heißen „Du siehst gut aus“, frei übersetzt stand da aber „Deine Sehkraft ist prima“. Nach etwa zwei, drei Jahren löste sich ein o, während die anderen Buchstaben bis heute super haften.

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Jeder Mensch, der lebt oder lebte oder demnächst leben wird, hat etwas Göttliches. Aber wo? Oder wie? Ist es ein Quadratmillimeter irgendwo am Körper? Angenommen, es wäre eine bestimmte Stelle zum Beispiel am Rücken, würden wir einen Rahmen darum tätowieren mit Pfeil und der Info „Hier bin ich göttlich“?

Oder ist diese Stelle an einem beweglichen Teil des Gesichtes, am Auge, an den Mundwinkeln? Dürften wir dann noch die Augen verdrehen, wenn jemand etwas Dummes zum 99 mal wiederholt? Oder dürften wir mit hängenden Mundwinkeln brummen „Gott und ich finden dich doof“?

Der göttliche Quadratmillimeter könnte ja auch in unserer Wirbelsäule stecken, die für unsere Körperhaltung wichtig ist, und damit auch für unsere Haltung, wie wir anderen Menschen begegnen.

Hier das vorläufige Ergebnis der Überlegungen: Es ist nicht außen, sondern in uns, im Herzen, im Verstand, im Bauchgefühl. Oder an vielen Stellen zugleich. Es wird nicht sichtbar, wenn ich mit dem Finger darauf zeige und rufe „Guck mal, bin ich nicht göttlich“. Es kann – muss aber nicht – für andere spürbar werden, wenn und wie ich auf andere Menschen zugehe. „You look God“ ist also keine Auszeichnung, kein Orden oder ähnliches, es ist ein schlichter Auftrag, mit dem ich morgens das Badezimmer verlasse. Wenn Gott ein bisschen in mir ist, dann ist Gott ständig bei mir, dann kann ich auch getrost den Tag zuversichtlich angehen; mich dem Kummer von Kindern, den Sorgen von Eltern und dem Ärger von Kolleginnen widmen. Fröhlich und ernst sein, Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen.

Meine Frau würde gern unser Badezimmer renovieren und der Spiegelschrank ist sichtbar in die Jahre gekommen, aber ich bin mit dem Satz noch nicht fertig. Und ob unser Enkelkind in 10 Jahren so einen haftenden Satz kreiert, ist ja sehr unsicher.

Amen.

Bernd Henseler

Die nächsten Kigo-Termine:


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    „Wind, Wellen und Wasser elementar erfahren“ – Segelwoche
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    Aktionstag „Kirche mit Kindern“- spritzig, erfrischend
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  • 17.09. - 22.09.2018 | Wuppertal
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  • 09.11. - 11.11.2018 | Haus Nordhelle
    Fortbildung – „Ausgerechnet als Baby!“
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  • 25.03. - 29.03.2019 | Berlin
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