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Impressionen

Das ist eine Kinderkathedrale

Inspiration für eine neue Form von Gemeinde mit besonderem Schwerpunkt und parochialer Anbindung.

Jesus Christus und seine besondere Nähe zu Kindern
„Und er stellte ein Kind in die Mitte…“ Kinder sind Jesus Christus besonders nah, er herzt und segnet sie. Jesus Christus zeigt, dass Kinder Vorbilder im Glauben sind. Sie nehmen das Reich Gottes einfach an. In diesem Sinn will das Pilotprojekt „Westfälische Kinderkathedrale“ mit Gottes Hilfe Kirche in der Gegenwart mit Zukunft denken, bewegen, feiern und bauen.

Kinder im Zentrum der Kirche
„Es war einmal…“, so beginnen Märchen. Wer sich mit Leib und Seele für „Kinder in der Kirche“ engagiert, dem geht das Herz auf allein bei dem Wort KINDERKATHEDRALE. Was vom Wort her „katholisch“ klingt, findet seinen Ideenursprung im lutherisch geprägten Finnland. Finnische „Lasten Kirrko“ (Kinder Kirche) sind Kirch- und/oder Gemeindegebäude, die von Kindern her und auf Kinder zu eingerichtet sind. Das Veranstaltungsprogramm und geistliche Angebote schauen auf Kinder und überhaupt auf alle Generationen. Das klingt nicht nur zauberhaft und wundervoll, es ist es auch. Aber nun mal der Reihe nach:

1995 wird eine denkmalgeschützte Kirche in Tampere/Finnland als Kinderkathedrale entwickelt und eingerichtet. Besonders Ehrenamtliche werden geschult und fortgebildet dort Führungen zu machen und Andachten zu feiern.

In den Fensterbänken auf der einen Seite sind mit biblischen Erzählfiguren alttestamentliche Geschichten dargestellt. Da fließt der Nil. Ägypterinnen fischen ein Körbchen mit einem Baby an Land. Ein kleiner Dornbusch ist mithilfe von Licht so illuminiert, dass es so aussieht, als würde er brennen. Pyramiden werden von bedrückten Sklaven gebaut, Menschen fliehen in die Wüste. Eine große Landschaft mit Figuren zeigt im vorderen Teil des Altarraums den Durchzug durchs Schilfmeer. Ein Zimmerbrunnen lässt Wasser aus einem Pappmaché-Berg rinnen, vor dem eine Figur mit einem Stab steht… Es ist wie im Märchenwald. Lauter biblische Geschichten in Miniaturansicht. Davor aufgeblätterte Kinderbibeln und  Bilderbücher. Die dazugehörigen Traditionsstücke können nach und vorgelesen werden. Alles mit Liebe und Hingabe aufgebaut. Gegenüber finden sich entsprechend neutestamentliche Erzählungen. Die Geburt Jesu, die Segnung der Kinder, die Sturmstillung…, alles was das Herz begehrt. Man kann sich gar nicht satt sehen. Schon fällt der Blick auf einen großen Tisch.

Der „Lasten Altarri“, der Kinderaltar. Dort können Klein und Groß nach Herzenslust mit Figuren, Tieren und Materialien Geschichten aufbauen. Überhaupt gibt es in jeder Ecke Mitmachmöglichkeiten.

An einem Tisch wird in hübschen Bilderrahmen erklärt, wie mit roten, gelben, blauen und grünen Glassteinchen Klage, Lob, Bitte und Dank zum Ausdruck gebracht werden können: eine Gebetsstation mit einem großen Engel. Ferner wird zu einem bunten und vielfältigen Programm eingeladen. Bei den meisten Angeboten für und mit Kindern gibt es immer etwas zu Essen und zu Trinken.

Gebetstisch Taufstein

„Wenn einer allein träumt…“
Von Tampere aus gingen Impulse in andere Städte, an anderen Orte quer durch Finnland. Es entstand aus einem alten Pfarrhaus, in der 2. Etage eines Einkaufs- und Bürogebäudes mitten in der City von Espoo oder auf dem platten Land als Händewerk vieler Ehrenamtlicher neue Kinderkathedralen.

Jetzt schwappt die Begeisterungswelle über nach Europa. In Genf entsteht eine Kinderkathedrale und im Kontakt mit der Schweiz ist vorreitend und parallel dazu ein Konzept für eine Westfälische Kinderkathedrale entwickelt.

Das will die Kinderkathedrale für eine Stadt, eine Region sein

  • Die Kinderkathedrale ist ein intergeneratives, inklusives und spirituelles Zentrum, an dem vom Kind her und auf Kinder zu Glauben und Leben alltagsrelevant aufeinander bezogen werden.
  • Die Kinderkathedrale ist offen und einladend. Sie macht Angebote Kirche zu entdecken, zu erleben und mitzugestalten.
  • Die viele, großartige und gelingende Arbeit mit Kindern in den umliegenden Gemeinden wird wertgeschätzt, einbezogen, gefördert und ergänzt.
  • Vorhandene Institutionen, Projekte und Strukturen werden so weit wie möglich in ein Netzwerk integriert. (Stichwort: Partizipation).
  • Die Kinderkathedrale ist gemeinsam mit den vorfindlichen Fachbereichen im Kirchenkreis und in der Landeskirche ein Kompetenzzentrum für die Bereiche „Kirche mit Kindern“, deren Angehörige und anderen.
  • Die Kinderkathedrale unterstützt die religiöse Sozialisation (Forderung der letzten Kirchenmitgliedschaftsstudie KMU).
  • Im Rahmen der Bildungsvereinbarung NRW unterstützt die Kinderkathedrale konfessionelle und nicht-konfessionelle Tageseinrichtungen in der religionspädagogischen Fortbildung der Mitarbeitenden.
  • Die Kinderkathedrale profiliert sich bewusst im Kontext religions- und konfessionsloser Umwelt.
  • Die Kinderkathedrale steht im Dialog mit anderen Kirchen, Konfessionen und Glaubensgemeinschaften.

Kinderkathedrale ist ein Gotteshaus aus lebendigen Steinen und in Bewegung

  • Ihre biblisch-theologische Dimension: Sinnliche Erfahrbarkeit des Kirchenjahres, biblische Geschichten und kirchliche Traditionen
  • Ihre missionarische Dimension – Gottesdienste mit und für Kinder, Familien, im Herzen kind gebliebene
  • Ihre Diakonische Dimension – Nächstenliebe, wo sie gebraucht und erfahrbar wird
  • Ihre ekklesiologische Dimension – Partizipation, Lernen, Verantwortung, soziale Kompetenz
  • Ihre pneumatologische Dimension – Begeistert sein für das Evangelium und dafür mit Spaß, Leidenschaft und Freude begeistern: Sehr wichtig!

Eine Kinderkathedrale für Westfalen!

  • Im Rahmen der Kinderkathedrale erprobte Angebote und Formate werden dokumentiert und allen Gemeinden zur Verfügung gestellt, um sie dann auf ihre gemeindlichen und örtlichen Gegebenheiten zu übertragen.

Der Westfälische Verband für Kindergottesdienst will seine Energien für die Umsetzung einsetzen. Das Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der EKvW unterstützt mit Ressourcen das Pilotprojekt. Viele sind neugierig, erwartungsvoll und gespannt. Der Aufbau auf vorhandene lebendige Kindergottesdienststruktur, herausragende – nicht nur kirchliche – Vernetzung und erste Anfänge neuer Formate (Engelsgeflüster www.hallogott.de) stoßen auf großes Interesse.

Auf dass wir tun, was Gott segnet (Psalm 127,1). Für Rückfragen, Anregungen und Fürbitten sind wir dankbar.

 

Kerstin Othmer-Haake, Schwerte-Villigst

Die nächsten Kigo-Termine:


  • 19.08. - 24.08.2018 |
    „Wind, Wellen und Wasser elementar erfahren“ – Segelwoche
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  • 15.09.2018 @ 09:30 | Bibeldorf Rietberg
    Aktionstag „Kirche mit Kindern“- spritzig, erfrischend
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  • 17.09. - 22.09.2018 | Wuppertal
    Eine Kinderbibelwoche zu „Hiob“ erarbeiten
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  • 09.11. - 11.11.2018 | Haus Nordhelle
    Fortbildung – „Ausgerechnet als Baby!“
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  • 25.03. - 29.03.2019 | Berlin
    ECCE – The European Conferene on christain education
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  • 19.06. - 23.06.2019 | Dortmund
    Kirchentag 2019 in Dortmund
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